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Schweizer Versicherung vom 26.02.2010
Ruedi Arnold, 2780 Zeichen
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Höhere Berufsbildung: Einheitliche Programme
 
Versicherungen und Banken regeln über ihre Branchenverbände und über Höhere Fachschulen die Berufsbildung ihrer Mitarbeitenden.
 
Viele Organisationen sind an der höheren Berufsbildung in der Schweiz beteiligt. Die Berufsverbände regeln, welche Kompetenzen an den Berufsprüfungen und Fachprüfungen abgefragt werden. Der Bund erteilt den Segen, wenn alle Voraussetzungen für die eidgenössische Anerkennung erfüllt sind. Und die Kandidaten können in der Wegleitung lesen, was von ihnen erwartet wird. Die meisten absolvieren einen Kurs zur Vorbereitung auf die Prüfungen, obwohl das freiwillig ist. Wie die Schulen ihre Kunden vorbereiten, ist ihnen überlassen.

Über Anforderungen steuern

Genau das wollten die Versicherungswirtschaft und die schweizerische Bankiervereinigung ändern. Die Ausbildung in ihren Branchen konnten sie nämlich nur über die Prüfungsanforderungen steuern. Das war ihnen zu wenig, sie wollten bei der Ausbildung selber mitbestimmen. So entschieden sich die Banken Ende 2004 für eine Höhere Fachschule (HF) Banking + Finance, die Versicherungswirtschaft ein Jahr später für eine HF Versicherung.
Beide Verbände legten über die vom BBT anerkannten Rahmenlehrpläne fest, was ihre Mitarbeiter während der drei Jahre lernen sollen, und schrieben die Führung der Schule aus. Den Zuschlag erhielt die Kalaidos-Gruppe.
Banken und Versicherungen schafften die Diplome als Bankfach- und Versicherungsexperte ab, die Banken auch den Fachausweis als Bankfachmann. Die Versicherungswirtschaft hingegen führt den Fachausweis, in einer revidierten Version, für Versicherungsfachleute weiter und ist die einzige Organisation der Arbeitswelt, die sowohl einen Fachausweis wie eine Höhere Fachschule führt.
Bereits im September 2009 schlossen die ersten Studierenden an der HF Banking + Finance als Bankwirtschafter HF ab. Heute studieren etwa 1200 Bank- und rund 220 Versicherungsmitarbeiter an den Höheren Fachschulen.

Gutes Beispiel

Die Entwicklung der Weiterbildung in den letzten Jahren ist ein gutes Beispiel für die Bildungsarbeit der Verbände. Letztlich sollen die Mitarbeitenden über Qualifikationen und Kompetenzen verfügen, die in ihrer Berufspraxis nötig sind. Die Bankiervereinigung bietet selber keine Ausbildung an, der Berufsbildungsverband der Versicherungswirtschaft (VBV) hingegen bietet überbetriebliche Kurse für Lernende an, einen Lehrgang für Maturitätsabsolventen, einen Zertifikatslehrgang für Versicherungsvermittler und die Weiterbildung zum Fachausweis, wie Francesco Calarco, Bereichsleiter Höhere Berufsbildung beim VBV, sagt.
Was Matthias Wirth, Leiter Ausbildung und Mitglied der Direktion der Bankiervereinigung, als seine Hauptaufgabe beschreibt, gilt im Wesentlichen auch für die Versicherungswirtschaft: «Wir wollen die Bedingungen dafür schaffen, dass in der Aus- und Weiterbildung optimal gearbeitet werden kann.»

 
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